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Tour de farce
7. April 2017
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Stadt macht immer mehr Gewinn mit der Weitergabe von Bürgerdaten

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Waren es im Jahr 2014 noch 16.200 Euro, die die Stadt mit der Weitergabe von Meldedaten verdiente, stieg die Summe im Jahr 2016 auf 26.000 Euro.
Dies ergab eine erneute Anfrage der Piratenpartei Meerbusch.

Als Grund für diesen enormen Anstieg nennt Ratsherr Marc Becker, die Neufassung des Bundesmeldegetz. Musste man in der Vergangenheit noch einer Weitergabe seiner Meldedaten zustimmen, ist es nun genau umgekehrt und jeder Bürger muss einen Einspruch gegen die Weitergabe seiner Daten abgeben. Die bestehenden Auskunftsprerren laufen nun Jahr für Jahr aus.
„Dies ist den meisten Bürgern nicht bekannt und der drastische Anstieg in der Weitergabe der Daten zeigt uns, dass die Stadt hier nicht genug informiert hat.“
Die Städte sind mittlerweile dazu verpflichtet die Einwohner über die Möglichkeit des Wiederspruchs zu unterrichten. In der Realität muss man aber geziehlt danach suchen um die entsprechenden Informationen zu finden.
„Wir würden uns wünschen, wenn diese Information etwas prominenter beworben werden würde“, so Becker.
Für den Adressbuchhandel sind die Daten eine eine wahre Geldquelle. Die Daten werden automatisiert, online abgefragt und anschließend von diesen Firmen aufbereitet an entsprechende Interessenten weiterverkauft. Mittlerweile werden auch Schnittstellen zu den sozialen Netzwerken gebildet, so dass Firmen nun nicht mehr nur über die Adressen verfügen, sondern so auch Kenntnisse über die Vorlieben, das Einkaufsverhalten oder die politische Gesinnung der einzelnen Bürger erhalten.
„Wir haben immer Kritik an dieser Gesetzesänderung geäußert. Die Privatsphäre wird mehr und mehr zur Handelsware und wir steuern dem absolut gläsernen Bürger entgegen.“ Die ersten Parteien nutzen diese Dienste bereits für sich um geziehlt Wahlkampf zu betreiben. „Wie hoch das Missbrauchspotential solcher Datenpools sind, konnten wir zuletzt bei der Wahl in Amerika beobachten.“
Der Weitergabe der Daten können die Bürger online auf der Intersetseite der Stadt Meerbusch oder in den Bürgerbüros wiedersprechen.
Den direkten Link zum Wiederspruch findet ihr hier

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