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Die verstörende Anonymous-Seite auf Facebook

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Die Facebook-Seite “Anonymous” sorgt immer wieder für Verwirrung. Statt seriöser Informationen findet man dort vor allem ausländerfeindliche, antisemitische und antiamerikanische Hetze, Pro-Putin-Propaganda und Verschwörungstheorien. Wer es wagt, dagegenzuhalten, wird oft gelöscht und geblockt, mitunter sogar bedroht. Die Geschichte dahinter ist politisch interessierten Facebook-Nutzern meist schon bekannt und ansonsten schnell ecosiert:

Die Seite wurde, so erzählen es die Anonymous-Freunde, die damals dabei waren, von mehreren Personen betreut. Darunter war mutmaßlich ein gewisser Mario Rönsch. Heute bestreitet er dies vehement. Unbewiesenen Aussagen zufolge wurde er wegen seiner Verschwörungstheorien aus der Redaktion entfernt, darauf kickte er, so wird die Geschichte weiter erzählt, mit einem Zweitaccount, mit dem er ebenfalls als Redakteur eingetragen war, alle anderen Redakteure raus und wurde somit Diktator einer populären Facebook-Seite, auf der er fortan ungestört von Kritik seine kruden Ansichten verbreiten konnte.

Anonymous Deutschland hat sich bereits von Rönsch und der Facebook-Seite distanziert:

Laut Aluhut für Ken hat Rönsch sogar Anonymous-Aktivisten verraten. Kenner der Szene berichte, dass Rönsch mit Facebook-Likes handelt, offenbar etliche Zweitaccounts betreibt und wegen seines Pro-Putin-Kurses vielleicht sogar Unterstützung von russischen Astroturfing-Agenturen erhält. Deswegen sollten die “Gefällt-mir”-Zahlen seiner Seite und seiner Postings nicht überbewert werden.

Eine politische Heimat fand Rönsch zeitweilig bei den sogenannten “Mahnwachen für den Frieden”, doch auch da wirkte er als Störenfried und stellte den ehemaligen attac-Campaigner Pedram Shahyar und den Initiator der Montagsdemos Lars Mährholz als gegnerische U-Boote dar.

In dem Artikel „Wird Anonymous für rechtes Gedankengut instrumentalisiert?” vom 26. März 2014 des Portals Vice wurde versucht etliche dieser Behauptungen zu belegen, doch musste die Redaktion vor Kurzem alles zurücknehmen – die Hintergründe sind so mysteriös wie vieles andere das mit Rönsch zu tun hat.

Angeblich ist Mario Rönsch nicht der Administrator der Facebook-Seite Anonymus.Kollektiv und  hat auch das Video „Nachricht an die deutsche Bevölkerung” nicht veröffentlicht, erklärte die Redaktion. Das Unternehmen Adfanyo UG oder Mario Rönsch hätten keinen Einfluss auf die Anzahl der „Likes” der Facebook-Seite Anonymus.Kollektiv genommen, heißt es  auch offiziell. Er sei ja nicht einmal Mitglied der Anonymus und wäre es auch nie gewesen.

Der Leser muss und sollte sich also selbst ein Urteil zu den hier berichteten Vermutungen und den Tatsachen bilden. Vor der Anonymus-Facebook Seite kann man allerdings nur jeden warnen.

Zum Glück gibt es jede Menge Gegenwind, z. B. von Rayk Anders, Aluhut für Ken oder verschiedenen antifaschistischen Facebook-Gruppen. Aber ohnehin wird niemand, der einigermaßen kritisch denken kann, auf die Pseudo-Anonymous-Seite hereinfallen – dazu trägt sie einfach zu dick auf.

Quelle: Flaschenpost

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